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AKW-Abfälle nach Harrislee? Ich würde sie dort auch nicht haben wollen
Meinung
Umweltalfi0312
1.10.2026 08:34:20
1.10.2026 08:34:20
Das Kernkraftwerk Brokdorf wird zurückgebaut – und ein Teil davon soll nun nach Harrislee bei Flensburg gebracht werden. Konkret geht es um rund 195 Tonnen Dämmmaterial aus dem Rückbau des AKW Brokdorf, das auf der Deponie Balzersen entsorgt werden soll.
Und dagegen regt sich Widerstand.
Ich kann das absolut nachvollziehen.
Das Umweltministerium betont, dass das Material das sogenannte Freigabeverfahren durchlaufen muss. Nach erfolgreicher Freigabe fällt es nicht mehr unter das Atomrecht und kann grundsätzlich auf einer konventionellen Deponie entsorgt werden.
Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl.
Ganz ehrlich: Ich würde 195 Tonnen Material aus einem zurückgebauten Atomkraftwerk auch nicht unbedingt auf einer Deponie in meiner unmittelbaren Umgebung haben wollen.
Und für mich stellt sich noch eine grundsätzlichere Frage:
Warum zerlegt man ein abgeschaltetes Atomkraftwerk jetzt und verteilt dadurch große Mengen freigegebenen Materials auf normale Entsorgungswege, anstatt die Anlage zunächst am ohnehin kerntechnisch überwachten Standort stehen zu lassen?
Technisch gab und gibt es dafür grundsätzlich das Konzept des sogenannten "sicheren Einschlusses". Dabei wird ein abgeschaltetes Kernkraftwerk zunächst über einen längeren Zeitraum gesichert und überwacht und erst später vollständig zurückgebaut. Kurzlebigere radioaktive Stoffe können während dieser Zeit weiter zerfallen.
Man hat sich bei Leistungsreaktoren inzwischen jedoch für einen anderen Weg entschieden: Das Atomgesetz schreibt den unverzüglichen Rückbau vor. Auch Brokdorf muss deshalb abgebaut werden.
Die Argumente: Ein stillgelegtes Kraftwerk müsste jahrzehntelang überwacht und instand gehalten werden. Gebäude und Anlagen altern weiter, und irgendwann müsste der Rückbau trotzdem erfolgen. Außerdem kann beim zeitnahen Rückbau noch auf Mitarbeiter zurückgegriffen werden, die die Anlage aus jahrzehntelangem Betrieb kennen.
Aber man muss trotzdem fragen, ob es wirklich die bessere Lösung ist, ein solches Bauwerk vollständig zu zerlegen und einen Teil des Materials anschließend auf gewöhnliche Deponien im Land zu verteilen.
Gerade wenn die Menschen an diesen Deponiestandorten das Material ausdrücklich nicht haben wollen.
Die Gemeinde Harrislee befürchtet unter anderem Auswirkungen auf das Image des Ortes, den Tourismus und die Lebensqualität. Die Bürgerinitiative sorgt sich außerdem darum, dass die zunächst vorgesehenen 195 Tonnen möglicherweise einen Präzedenzfall schaffen könnten.
Fazit: Warum zerlegt man ein abgeschaltetes Atomkraftwerk jetzt und verteilt dadurch freigegebenes Material auf normale Entsorgungswege? Der unmittelbare Rückbau ist keineswegs alternativlos gewesen. Bis 2017 kannte das Atomgesetz auch den "sicheren Einschluss" als reguläre Strategie. Erst die damalige Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD beziehungsweise Bundestag und Bundesrat entschieden im Zuge der Neuordnung der Atommüllentsorgung, dass abgeschaltete Leistungsreaktoren unverzüglich stillgelegt und abgebaut werden müssen.
Quellen:
NDR, 01.10.2026: „Harrislee: Widerstand gegen die Zuweisung von AKW-Bauschutt“
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/flensburg_nordfriesland_schleswig-flensburg/harrislee-widerstand-gegen-die-zuweisung-von-akw-bauschutt,regionflensburgnews-3320.html
Bundesumweltministerium: Stilllegungsstrategien und Abbautechniken bei Kernkraftwerken
https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nukleare-sicherheit/stilllegung/stilllegungsstrategien-und-abbautechniken
Land Schleswig-Holstein: Fragen und Antworten zur Stilllegung und zum Abbau der Kernkraftwerke
https://www.schleswig-holstein.de/DE/fachinhalte/R/reaktorsicherheit/faq_KKW
Und dagegen regt sich Widerstand.
Ich kann das absolut nachvollziehen.
Das Umweltministerium betont, dass das Material das sogenannte Freigabeverfahren durchlaufen muss. Nach erfolgreicher Freigabe fällt es nicht mehr unter das Atomrecht und kann grundsätzlich auf einer konventionellen Deponie entsorgt werden.
Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl.
Ganz ehrlich: Ich würde 195 Tonnen Material aus einem zurückgebauten Atomkraftwerk auch nicht unbedingt auf einer Deponie in meiner unmittelbaren Umgebung haben wollen.
Und für mich stellt sich noch eine grundsätzlichere Frage:
Warum zerlegt man ein abgeschaltetes Atomkraftwerk jetzt und verteilt dadurch große Mengen freigegebenen Materials auf normale Entsorgungswege, anstatt die Anlage zunächst am ohnehin kerntechnisch überwachten Standort stehen zu lassen?
Technisch gab und gibt es dafür grundsätzlich das Konzept des sogenannten "sicheren Einschlusses". Dabei wird ein abgeschaltetes Kernkraftwerk zunächst über einen längeren Zeitraum gesichert und überwacht und erst später vollständig zurückgebaut. Kurzlebigere radioaktive Stoffe können während dieser Zeit weiter zerfallen.
Man hat sich bei Leistungsreaktoren inzwischen jedoch für einen anderen Weg entschieden: Das Atomgesetz schreibt den unverzüglichen Rückbau vor. Auch Brokdorf muss deshalb abgebaut werden.
Die Argumente: Ein stillgelegtes Kraftwerk müsste jahrzehntelang überwacht und instand gehalten werden. Gebäude und Anlagen altern weiter, und irgendwann müsste der Rückbau trotzdem erfolgen. Außerdem kann beim zeitnahen Rückbau noch auf Mitarbeiter zurückgegriffen werden, die die Anlage aus jahrzehntelangem Betrieb kennen.
Aber man muss trotzdem fragen, ob es wirklich die bessere Lösung ist, ein solches Bauwerk vollständig zu zerlegen und einen Teil des Materials anschließend auf gewöhnliche Deponien im Land zu verteilen.
Gerade wenn die Menschen an diesen Deponiestandorten das Material ausdrücklich nicht haben wollen.
Die Gemeinde Harrislee befürchtet unter anderem Auswirkungen auf das Image des Ortes, den Tourismus und die Lebensqualität. Die Bürgerinitiative sorgt sich außerdem darum, dass die zunächst vorgesehenen 195 Tonnen möglicherweise einen Präzedenzfall schaffen könnten.
Fazit: Warum zerlegt man ein abgeschaltetes Atomkraftwerk jetzt und verteilt dadurch freigegebenes Material auf normale Entsorgungswege? Der unmittelbare Rückbau ist keineswegs alternativlos gewesen. Bis 2017 kannte das Atomgesetz auch den "sicheren Einschluss" als reguläre Strategie. Erst die damalige Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD beziehungsweise Bundestag und Bundesrat entschieden im Zuge der Neuordnung der Atommüllentsorgung, dass abgeschaltete Leistungsreaktoren unverzüglich stillgelegt und abgebaut werden müssen.
Quellen:
NDR, 01.10.2026: „Harrislee: Widerstand gegen die Zuweisung von AKW-Bauschutt“
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/flensburg_nordfriesland_schleswig-flensburg/harrislee-widerstand-gegen-die-zuweisung-von-akw-bauschutt,regionflensburgnews-3320.html
Bundesumweltministerium: Stilllegungsstrategien und Abbautechniken bei Kernkraftwerken
https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nukleare-sicherheit/stilllegung/stilllegungsstrategien-und-abbautechniken
Land Schleswig-Holstein: Fragen und Antworten zur Stilllegung und zum Abbau der Kernkraftwerke
https://www.schleswig-holstein.de/DE/fachinhalte/R/reaktorsicherheit/faq_KKW
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