Windräder im Wald - unsinnige Rodungen als Folge (Lüchow-Dannenberg)


negative Kritik
Umwelt
alfi0312

5.09.2026 09:18:58
Diese Nachricht wurde 2x geändert, zuletzt am: 5.09.2026 09:19 Uhr
Windenergie ist sicher ein sinnvoller Teil unserer künftigen Energieversorgung. Aber wenn wir anfangen, Wälder zu roden, um dort Windräder hinzustellen, dann läuft aus meiner Sicht etwas gewaltig schief.

Im Raum Zernien und Karwitz sollen mit Riebrau-Breese und Sellien zwei Windenergiegebiete mit zusammen mehr als 500 Hektar ausgewiesen werden. Nach Angaben der Bürgerinitiative Windkraft Zernien liegen diese Flächen ganz überwiegend im Wald. Natürlich bedeutet das nicht, dass anschließend 500 Hektar komplett abgeholzt werden. Aber wenn dort Windräder gebaut werden, braucht es Flächen für Fundamente, Kranplätze, Zufahrtswege, Leitungen und weitere Infrastruktur. Ohne Eingriffe und Rodungen im Wald wird das ganz sicher nicht funktionieren.

Wir reden ständig darüber, wie wichtig unsere Wälder für Klima, Natur, Artenvielfalt, Wasserhaushalt und Erholung sind. Und gleichzeitig sollen wir es dann als normal hinnehmen, dass ausgerechnet diese Wälder teilweise gerodet und für riesige Windkraftanlagen erschlossen werden?

Besonders bemerkenswert finde ich die Zahlen des Landkreises selbst: Im zweiten Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms 2026 liegen etwa 76 Prozent der vorgesehenen Windenergie-Vorranggebiete im Wald. Der Landkreis erklärt sogar ausdrücklich, dass das Potenzial außerhalb des Waldes nach seiner Berechnung nicht ausreiche, um die vorgegebenen Flächenziele zu erreichen und deshalb eine Inanspruchnahme von Wald nicht vermieden werden könne.

Wenn ein politisch vorgegebenes Flächenziel dazu führt, dass man am Ende massenhaft Waldflächen für Windenergie einplanen muss, dann sollte man vielleicht nicht zuerst den Wald infrage stellen – sondern die Planung und die Vorgaben.

Genau dagegen regt sich vor Ort Widerstand. Die Bürgerinitiative Windkraft Zernien (BIWZ) fordert beispielsweise ausdrücklich, bestehende Standorte stärker durch leistungsfähigere Anlagen zu ersetzen und > keine Windkraftanlagen in Waldgebieten < zu bauen. Sie betont dabei ausdrücklich, dass sie Windenergie nicht grundsätzlich ablehnt.

Daneben engagiert sich die "Initiative Pro Wald" aus dem Raum Küsten/Waddeweitz gegen Windkraftanlagen in den Wäldern des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Wietzetze-Drethem-Bahrendorf und der Bürgerinitiative Windkraft Zernien arbeitet sie im Zusammenschluss "Wendland Vernetzt" für einen aus ihrer Sicht naturverträglicheren Ausbau der Windenergie.

Ich finde diese Forderung absolut nachvollziehbar.

Bevor wir Wald roden, müsste doch wirklich jede andere Möglichkeit auf den Tisch: Geeignete Flächen außerhalb von Wäldern, bereits vorbelastete Flächen, Standorte an Infrastruktur oder eine grundsätzlich andere Verteilung der Flächenziele.

Und wenn all das aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht ausreicht, dann muss man eben auch über diese Vorgaben reden dürfen.

Für mich ist jedenfalls eines völlig widersinnig:

Wir können nicht ständig erklären, wie wertvoll und schützenswert unsere Wälder sind – und sie anschließend teilweise roden, weil wir dort Anlagen für den Klimaschutz aufstellen wollen.

Klimaschutz und Energiewende sind wichtig. Aber Natur zerstören, um Natur und Klima zu schützen? Das kann doch nicht ernsthaft der Weisheit letzter Schluss sein.

Meiner Meinung nach sollten Wälder bei der Suche nach Windkraftstandorten grundsätzlich ausgeschlossen werden!
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