Bäume fällen für Radweg? Ein Unsinn (Ollenhauerstraße in Berlin)


negative Kritik
Umwelt
Friedo22

8.09.2026 07:00:45
Ich bin absolut dafür, Radwege sicherer auszubauen. Aber wenn dafür in einer Stadt jahrzehntealte, gesunde Bäume gefällt werden sollen, hört bei mir das Verständnis auf.

Genau darum geht es an der Ollenhauerstraße in Berlin-Reinickendorf. Dort sollen im Zuge des Umbaus zahlreiche alte Straßenbäume weichen – viele davon stehen dort seit rund 50 Jahren, einzelne noch länger.

Und ganz ehrlich: Gerade in einer Großstadt sind solche alten Bäume enorm wichtig.

Sie spenden Schatten, kühlen im Sommer die Straßen, verbessern das Stadtklima und machen dicht bebaute Viertel überhaupt erst lebenswert. Einen fast 50 Jahre alten Baum kann man nicht einfach fällen, einen jungen nachpflanzen und behaupten, damit sei alles ausgeglichen.

Besonders widersinnig finde ich, dass die Bäume ausgerechnet für einen Radweg weichen sollen. Bäume fällen für klimafreundliche Verkehrspolitik – das passt für mich einfach nicht zusammen.

Zumal es offenbar alternative Planungen gibt, bei denen der Radverkehr anders geführt und deutlich mehr alter Baumbestand erhalten werden könnte.

Dann muss die Frage doch lauten:

Wie schaffen wir einen sicheren Radweg UND erhalten die Bäume?

Genau deshalb kann ich den Protest der "Bürgerinitiative Ollenhauerstraße" sehr gut verstehen. Sie fordert keine Abschaffung des Radwegs, sondern eine Neuplanung, bei der die vorhandenen Bäume erhalten bleiben.

Dazu gibt es auch eine Petition zum Erhalt der Bäume an der Ollenhauerstraße, die bereits von mehreren Tausend Menschen unterstützt wird.

Für mich ist klar: Gesunde, jahrzehntealte Stadtbäume sollten für einen Radweg nicht geopfert werden, solange es andere Möglichkeiten gibt.

Dann muss eben anders geplant werden – notfalls komplizierter, teurer oder zulasten anderer Verkehrsflächen.

Ein Radweg lässt sich neu planen. Ein 50 Jahre alter Baum nicht.
i
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