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Die Quittung für die CDU ist endlich gekommen, richtig so!
positive Kritik
Politikalfi0312
7.09.2026 08:23:16
7.09.2026 08:23:16
Diese Nachricht wurde 1x geändert, zuletzt am: 7.09.2026 08:48 Uhr
Ich wundere mich überhaupt nicht darüber, dass die CDU inzwischen die Quittung bekommt.Vor Wahlen werden große Versprechen gemacht – und danach folgt eine Kehrtwende nach der anderen. Friedrich Merz hat Erwartungen geweckt, die seine Politik anschließend selbst enttäuscht hat. Und hinterher wundert man sich über verlorenes Vertrauen.
Dazu kommt diese zunehmende Abgehobenheit. Nach schlechten Wahlergebnissen hört man dann, man habe die Menschen "emotional nicht erreicht". Vielleicht ist es genau andersherum: Die Menschen wurden sehr wohl emotional erreicht – sie sind nämlich sauer.
Und dann diese Personalien.
Mario Voigt verliert seinen Doktortitel und bleibt Ministerpräsident. In Berlin liefert Kai Wegner immer wieder Schlagzeilen, bei denen sich viele Bürger fragen dürften, ob in der Politik eigentlich noch dieselben Maßstäbe gelten wie für normale Menschen.
Und Jens Spahn? Für mich ist das inzwischen kaum noch jemandem vernünftig zu erklären.
Die CDU lehnt Leihmutterschaft in Deutschland ab. Gleichzeitig haben Spahn und sein Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA eine Familie gegründet. Das ist ihre private Entscheidung und die Familie selbst steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber politisch bleibt die Frage: Wie erklärt man Bürgern, dass etwas in Deutschland aus ethischen Gründen verboten bleiben soll, ein Spitzenpolitiker derselben Partei diesen Weg aber einfach im Ausland gehen kann?
Spahn trat nach der Debatte als Unionsfraktionschef zurück – und nur wenige Wochen später bekommt er schon wieder einen einflussreichen Posten im Haushaltsausschuss des Bundestages und soll dort offenbar den Etat des Auswärtigen Amtes betreuen.
Da frage ich mich: Was genau war dann eigentlich die Konsequenz?
Kurz zurücktreten, ein paar Wochen aus den Schlagzeilen verschwinden – und dann bekommt man den nächsten wichtigen Posten?
Genau solche Vorgänge sind doch kaum noch vermittelbar. Verantwortung zu übernehmen bedeutet für mich nicht, einmal den Stuhl zu wechseln und kurz darauf auf einem anderen wichtigen Stuhl wieder Platz zu nehmen.
Und anschließend erklärt die CDU den Menschen, man müsse sie nur wieder besser "emotional erreichen".
Nein.
Wer Wahlversprechen bricht, bei eigenen Leuten immer wieder beide Augen zudrückt und politische Verantwortung offenbar mit einem Postenwechsel verwechselt, darf sich über die Quittung an der Wahlurne nicht wundern.
Das ist keine Kommunikationskrise. Das ist eine Vertrauenskrise.
Und:
Die Wähler sind nicht dumm. Sie merken sehr wohl, wenn die Politik nicht das liefert (seit Jahren), was vor den Wahlen versprochen wurde.
Sie merken sehr wohl, wenn für Politiker andere Maßstäbe gelten als für die Bürger.
Sie merken sehr wohl, wenn Reformen keine Reformen sind.
Sie merken sehr wohl, wenn selbstverständliche Dinge im Alltag nicht mehr funktionieren.
Und sie merken sehr wohl, wenn es ihnen finanziell immer schlechter geht.
Die Hoffnung, die viele (auch ich) in Friedrich Merz und die CDU gesetzt haben, wurde mehr als enttäuscht! Immer wieder aufs Neue!
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alfi0312
7.09.2026 14:06:53
Antwort-Nr.: 1
7.09.2026 14:06:53
Antwort-Nr.: 1
Diese Nachricht wurde 2x geändert, zuletzt am: 7.09.2026 15:15 Uhr
Ich gucke gerade die Pressekonferenz der CDU (7.9.2026) und muss sagen: Schade. Ich hatte nach diesem Wahlergebnis tatsächlich wenigstens ein bisschen mehr Einsicht erwartet.Aber was hören wir wieder?
Wir müssen unsere Politik besser erklären. Wir müssen die Menschen emotional besser erreichen.
Nein, Herr Merz. Vielleicht liegt das Problem irgendwann nicht mehr darin, dass die Bürger Ihre Politik nicht verstehen. Vielleicht haben die Bürger sie längst verstanden – und sind schlicht nicht damit einverstanden.
Genau diese Möglichkeit scheint bei der CDU noch immer kaum vorzukommen.
Die Menschen sehen doch, was in diesem Land passiert. Unsere Infrastruktur ist teilweise in einem erbärmlichen Zustand. Straßen, Brücken und Bahnnetze wurden jahrelang auf Verschleiß gefahren. Unternehmen bauen Stellen ab oder verlagern Investitionen. Ganze Industriezweige kämpfen mit hohen Energiepreisen, Bürokratie und international immer schlechterer Wettbewerbsfähigkeit.
Und gleichzeitig soll der Bürger immer neue Reformen schlucken.
Hier höhere Beiträge, dort weniger Leistungen, längeres Arbeiten, neue Belastungen oder der Hinweis, dass wir uns bestimmte Dinge eben nicht mehr leisten könnten.
Nur eine Frage höre ich viel zu selten:
Was kann sich eigentlich der Staat nicht mehr leisten?
Wo ist die große Reform des Staates selbst? Wo werden Ministerien, Behörden, Bürokratie und politische Strukturen wirklich auf den Prüfstand gestellt? Wo wird den Menschen einmal sichtbar gezeigt: Bevor wir euch zusätzlich belasten, räumen wir bei uns selbst auf?
Und natürlich fragen sich Bürger auch, warum für internationale Verpflichtungen, Hilfen und Projekte weiterhin Milliarden vorhanden sind, während ihnen gleichzeitig erklärt wird, im eigenen Land müsse überall der Gürtel enger geschnallt werden.
Dabei geht es überhaupt nicht darum, sämtliche Ausgaben ins Ausland infrage zu stellen. Deutschland hat internationale Verpflichtungen und Interessen. Aber eine Regierung muss ihren Bürgern erklären können, warum für bestimmte Dinge Geld da ist, während gleichzeitig Schulen verfallen, Brücken gesperrt werden und Kommunen kaum noch wissen, wie sie ihre Pflichtaufgaben bezahlen sollen.
Das ist der Punkt.
Die Menschen sind nicht zu dumm, um Reformen zu verstehen.
Sie stellen zunehmend die Prioritäten infrage.
Und nach einem Absturz der CDU in Sachsen-Anhalt von über 37 auf gerade einmal rund 17 Prozent wieder hauptsächlich darüber zu reden, die eigene Politik müsse besser erklärt und emotionaler vermittelt werden, halte ich für geradezu gefährlich.
Vielleicht sollte man weniger erklären und dafür mehr zuhören.
Vielleicht sollte Friedrich Merz einmal ernsthaft in Betracht ziehen, dass nicht nur die Verpackung das Problem sein könnte.
Vielleicht stimmt mit einem Teil des Inhalts etwas nicht.
Wer nach einem solchen Wahlergebnis noch immer hauptsächlich über Kommunikation spricht, hat die eigentliche Warnung der Wähler meiner Meinung nach noch nicht verstanden.
Und genau das macht mir fast mehr Sorgen als das Wahlergebnis selbst.
i
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