Merz und Krankschreibung: Wer Regeln ändern will, sollte sie kennen


negative Kritik
Politik
alfi0312

28.08.2026 09:17:40
Diese Nachricht wurde 5x geändert, zuletzt am: 28.08.2026 09:22 Uhr
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am 27. August 2026 in der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz" zur geplanten Krankschreibung ab dem ersten Tag:

"Wir machen mit der Krankschreibung das, was bis 2021 galt."

Nur: Das stimmt so nicht.

Schon lange vor Corona galt grundsätzlich die Drei-Tage-Regel. Eine ärztliche Bescheinigung war gesetzlich grundsätzlich erst erforderlich, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauerte. Der Arbeitgeber konnte zwar schon damals ein Attest ab dem ersten Tag verlangen – aber das ist etwas völlig anderes als eine allgemeine gesetzliche Pflicht ab Tag eins.

Und genau hier liegt für mich das eigentliche Problem:

Wie sollen Politiker über neue Regeln entscheiden, Gesetze ändern oder im Bundestag darüber abstimmen, wenn schon die Grundlagen falsch verstanden oder falsch dargestellt werden?

Man kann doch keine vernünftige Entscheidung treffen, wenn man von einer falschen Ausgangslage ausgeht.

Noch problematischer wird es, weil Merz diese Darstellung nicht zum ersten Mal verwendet hat. Bereits Anfang Juli hatte er öffentlich erklärt, man kehre lediglich zur Regelung vor Corona zurück. Schon damals wurde darauf hingewiesen, dass diese Darstellung so nicht stimmt.

Politiker entscheiden über den Alltag von Millionen Menschen. Über Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Ärzte und Krankenkassen. Da sollte man erwarten können, dass zumindest die bestehende Rechtslage bekannt ist.

Man kann über eine Krankschreibung ab dem ersten Tag diskutieren. Man kann dafür oder dagegen sein.

Fazit: Wer eine bestehende Regel ändern will, sollte zunächst einmal wissen, wie diese Regel überhaupt aussieht.

Aber vielleicht ist es auch einfach nicht sinnvoll wenn Personen (hier Politiker) über Dinge entscheiden, die sie selbst nicht betreffen...
i
Wenn du registriert und angemeldet bist, kannst du hier antworten und selbst Beiträge verfassen. kostenlos hier registrieren
1
Bundeslandaktivität
Niedersachsen (46.7%)
Hamburg (16.4%)
Schleswig-Holstein (9.8%)
Sachsen-Anhalt (4.1%)
Baden-Württemberg (3.3%)
Berlin (3.3%)
Sachsen (3.3%)
Brandenburg (2.5%)
Mecklenburg-Vorpommern (2.5%)
Nordrhein-Westfalen (2.5%)
Bayern (1.6%)
Rheinland-Pfalz (1.6%)
Thüringen (1.6%)
Hessen (0.8%)


Landkreisaktivität
Stade (41.3%)
Hamburg (17.3%)
Landkreis Rotenburg (Wümme) (6.7%)
Berlin (2.9%)
Kreis Nordfriesland (2.9%)
Kreis Ostholstein (2.9%)
Harburg (1.9%)
Lübeck (1.9%)
Ludwigslust-Parchim (1.9%)
Nordsachsen (1.9%)
Bautzen - Budyšin (1%)
Bonn (1%)
Börde (1%)
Erlangen (1%)
Kiel (1%)
Köln (1%)


Kritikarten in %
Frage (5.6%)
Lob (11.7%)
Vorschlag (15.8%)
Tadel (66.8%)

© 2026 by was-buerger-wollen.de

Enthält Daten von © OpenStreetMap contributors