Schadet die E-Auto-Förderung am Ende den heimischen Herstellern?


negative Kritik
Politik
alfi0312

22.08.2026 10:37:44
Diese Nachricht wurde 1x geändert, zuletzt am: 22.08.2026 10:38 Uhr
Die neue E-Auto-Förderung soll den Absatz von Elektroautos ankurbeln und gleichzeitig die deutsche Autoindustrie beim Umstieg unterstützen. Aber genau da stellt sich die Frage: Hilft diese Förderung unserer Wirtschaft wirklich – oder schadet sie ihr teilweise sogar?

Der Staat stellt dafür insgesamt drei Milliarden Euro bereit. Gefördert werden reine Elektroautos mit mindestens 3.000 Euro, je nach Einkommen und Kindern sogar mit bis zu 6.000 Euro. Das Problem: Entscheidend ist nicht, wo das Auto gebaut wird. Auch ein komplett in China produziertes Fahrzeug kann also mit deutschem Steuergeld gefördert werden.

Gleichzeitig sinkt der Absatz klassischer Benziner und Diesel. Genau in diesem Bereich waren deutsche Hersteller und vor allem die heimische Zulieferindustrie jahrzehntelang besonders stark.

Auch VW, BMW, Mercedes und andere deutsche Hersteller profitieren von der Förderung. Trotzdem bleibt die grundsätzliche Frage: Warum entscheidet der Staat mit Steuergeld, welche Technik sich durchsetzen soll?

Normalerweise regelt das der Markt. Ein Produkt, das Kunden überzeugt, preislich attraktiv ist und Vorteile bietet, setzt sich durch. Eines, das niemand haben möchte, verschwindet irgendwann wieder. Wenn Elektroautos wirklich die bessere und wirtschaftlichere Lösung sind, sollten sie sich auch ohne Kaufprämien behaupten können.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn ein Käufer ohne Förderung vielleicht einen in Deutschland produzierten Verbrenner gekauft hätte, sich wegen mehrerer tausend Euro Zuschuss aber für ein in China gebautes Elektroauto entscheidet. Dann zahlt der deutsche Steuerzahler im schlimmsten Fall noch dafür, dass heimische Wertschöpfung verloren geht.

Dass diese Gefahr nicht nur theoretisch ist, zeigen die ersten Förderdaten: Ein erheblicher Teil der bisher geförderten Fahrzeuge stammt aus ausländischer Produktion, darunter auch aus China.

Wenn der Staat schon Milliarden in die Hand nimmt, wäre es zumindest sinnvoll, die Förderung an einen hohen europäischen Wertschöpfungsanteil zu koppeln.

Denn sonst könnte am Ende genau das passieren: Wir subventionieren mit deutschem Steuergeld den Umbau unseres eigenen Automarktes – und stärken dabei teilweise ausländische Wettbewerber, während heimische Hersteller und Zulieferer unter Druck geraten.

Quellen:
https://www.bundesumweltministerium.de/das-foerderprogramm-fuer-elektroautos

https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1205358

https://www.bundesumweltministerium.de/faqs/foerderung-von-e-autos

https://www.bundesumweltministerium.de/faq/wie-wird-das-foerderprogramm-finanziert
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